Stromberg: Lemberger-Tour (3B-Land)

 

NaturparkLogoVon Bönnig­heim zum Michaels­berg – ein traum­hafter Rund­blick übers Zaber­gäu, den ältesten Erlebnis­park Deutsch­lands und das Lemberger­meer. Ich habe die Original-Route noch verlängert bis Brackenheim. Start und Ende der 18 km langen Rundwanderung ist die Gaststätte Klosterburgstuben am Sportplatz in Bönnigheim. Die Highlights der Tour sind die Altstadt von Bönnigheim und Brackenheim. Besonders schön ist auch der Ausblich vom Michaelsberg und auf den Michaelsberg. Der Wanderweg verläuft auf befestigten Wegen.

Bönnigheim liegt vor dem Nordostrand des Strombergs im Unterraum Zabergäu des Nachbar­naturraumes Neckarbecken in einer kleinen Talmulde des Mühlbachs. Der Mühlbach mündet in der östlichen Nachbargemeinde Kirchheim a. N. von links in den Neckar. Der größte Teil der Gemeindefläche ist überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flurlandschaft. Es gibt aber auch einen bedeutenden Anteil Siedlungsfläche. Ein Ausläufer der Markungsfläche im Westen erstreckt sich bis auf die ersten, ganz bewaldeten, Höhen des Strombergs.

Bönnigheim besitzt zahlreiche sehenswerte, denkmalgeschützte Gebäude. Der ausgeschilderte historische Rundgang durch die Stadt führt an knapp 50 Bauwerken entlang. Die Burg Bönnigheim bildete die nordwestliche Begrenzung der mittelalterlichen Stadt und wurde im Bauernkrieg zerstört, danach wiederaufgebaut und im 17. Jh. größtenteils abgerissen. Von ihr ist noch ein Turm sowie ein massives Steinhaus erhalten.

Der Köllesturm ist ein Torturm der früheren Stadtmauer aus dem 13. Jh. Außerhalb der Stadtmauer führte eine Brücke über den trockenen Stadtgraben zu diesem Turm, der mit Flügel- und Zugtor verschlossen war. Seine heutige Dachform erhielt der Turm bei einer Renovierung nach einem Brand im späten 18. Jh. Der Diebsturm ist ein halbrunder Turm, der 1458 an die Stadtmauer angebaut wurde.

Das Stadionsche Schloss in Bönnigheim wurde 1756 von Baumeister Anton Haaf für Friedrich Graf Stadion errichtet. In seiner wechselvollen Geschichte diente das Gebäude u. a. von 1828 bis 1888 als Forstamt, später als königliche Taubstummenanstalt und als Schiller-College für amerikanische Studenten. Seit 1996 befindet sich im Schloss das Museum Charlotte Zander für Naive Kunst und Art Brut.

Der Michaelsberg bei Cleebronn ist mit einer Höhe von ca. 400 m eine markante Erhebung am südlichen Rand des Zabergäus. Bereits aus römischer Zeit konnten hier Gebäudereste gefunden werden. Neben der überwiegend romanischen Michaelskirche gibt es noch die Gebäude eines barocken Kapuzinerklosters, die heute als katholisches Jugendtagungshaus dienen. Am Westrand des Bergs finden sich Spuren der mittelalterlichen Burg Obermagenheim.

Der Michaelsberg ist ein Kegelberg mit einem circa 350 m langen und maximal circa 60 m breiten Plateau. Seiner exponierten Lage verdankt er den Titel „Wächter des Zabergäus“. Er befindet sich rund 1 km südöstlich der Gemeinde Cleebronn. In der näheren Umgebung gibt es nördlich – in Richtung des Zabergäus – das Schloss Magenheim und südlich – am Rand des Strombergs – den Erlebnispark Tripsdrill und das Wildparadies Tripsdrill. Bei gutem Wetter ist eine Fernsicht bis zum Königstuhl, zum Katzenbuckel, zu den Löwensteiner Bergen und zur Schwäbischen Alb möglich.

Die Kirche auf dem Michaelsberg präsentiert sich heute als ein überwiegend romanisches Bauwerk, das durch gotische, barocke und neuzeitliche Elemente ergänzt wurde. Der kleine Bau bietet in seinem Inneren rund 100 Gottesdienstbesuchern Platz. Grabungen unterhalb der Kirche lieferten einige wenige Erkenntnisse über die 793 urkundlich erwähnte frühere Kirche, bei der es sich wohl um einen karolingischen Bau handelte. Er war in seiner Ausdehnung deutlich kleiner, der quadratische Turm befand sich entgegengesetzt zum heutigen Fachwerkturm an der Westseite.

Wegstrecke:
Bönnigheim - Sportplatz - Klosterburgstuben - Mühlbach - Amann-Quartier - Stadionsches Schloss - Cyriakuskirche - Ganerbenburg - Bellevue - Rosenhöhe - Meimsheim - Lindenplatz - Martinskirche - Forstbach - Brackenheim - Stadtkirche St. Jakobus - Schloss Brackenheim - Johanniskirche - Botenheim - Marienkirche - Heimatmuseum - Golfplatz - Michaelsberg - Michaelskirche - Steinbruch Näser - Tripsdrill - Florianshütte - Steinbruch Heide - Schauinsland - Franziskanerkloster Bönnigheim - Sülzenweg - Im Forst - Mineralfreibad

Schwäbische Alb: Gustav-Ströhmfeld-Weg: Metzingen – Neuffen

 

MittlereSchwAlbEine Reise durch die Landschaftsgeschichte – Wandern auf dem Gustav-Ströhmfeld-Weg. Bereits im Jahre 1940 wurde der „Gustav-Ströhmfeld-Weg“, welcher nach dem ersten „Ehrenwegmeister“ des Schwäbischen Albvereins, Gustav Ströhmfeld, benannt ist, eröffnet. Dieser Wanderweg gilt als einer der schönsten Wanderwege auf der Mittleren Schwäbischen Alb. Er beginnt am Bahnhof in Metzingen und endet am Bahnhof in Neuffen. Dazwischen liegen zahlreiche Aussichtspunkte, die dem Wanderer einen weiten Blick ins Albvorland oder in die umgebenden Albtäler ermöglicht. Unterwegs kommt man an zahlreichen Informationstafeln vorbei, welche auf die geologischen, landeskundlichen oder naturschutzfachlichen Besonderheiten dieses Raumes aufmerksam machen. Der Wanderweg verläuft meist auf befestigten Wegen.

Gustav Ströhmfeld (1862 – 1938) wurde bereits mit 26 Jahren Mitglied beim neu gegründeten Schwäbischen Albverein. Neben seinem langen Wirken als stellvertretender Vorsitzender und der Herausgabe von mehr als 100 Büchern über die Schwäbische Alb und Württemberg ist sein größtes Werk die Entwicklung eines Systems der Wegzeichen des Schwäbischen Albvereins. Mehr zu dieser Systematik erfahren Sie hier.

Der nach ihm benannte Wanderweg beginnt am Bahnhof in Metzingen und steigt durch die Weinberge steil an bis zum Panoramaweg auf dem Metzinger Weinberg. Von dort wandert man durch Streuobstwiesen – welche in der Blütezeit ihre besondere Schönheit entfalten – über den Falkenberg hinunter zum Stauferbach und anschließend wieder hoch zum Florian, wo einen erneut eine atemberaubende Aussicht ins Albvorland erwartet. Dort trifft man vielleicht die Ziegenherde der Ortsgruppe Kohlberg-Kappishäusern, die die Heidelandschaft dort offenhält und dafür sorgt, dass der Aussichtspunkt nicht mit Sträuchern und Bäumen zuwächst.

Metzingen ist umgeben von Vulkanbergen und dem Trauf der Schwäbischen Alb. Der Untergrund des Juragebirges ist reich an Fossilien aus dem Urmeer. Außerdem befindet sich in etwa 6 km Entfernung die Achalm, ein sog. „Zeugenberg“, der durch den Rückzug des Albtraufes entstanden ist. In Nordostrichtung gibt es mit dem Jusi beim Nachbarort Kohlberg eine weitere Besonderheit. Bei dem mit Wacholderheiden bewachsenen Aussichtsberg handelt es sich um den größten Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans. Auf dem Gebiet des heutigen Metzingen befand sich ein römischer Vicus, dessen Reste am Ermsufer in den Fluren Auf Mauren, Roih und Baumgartenwasen gefunden wurden. Der Name dieser Siedlung kann durch einen Inschriftenfund als Vicus Armis(s)ium erschlossen werden. Die Inschrift erwähnt Tempelgenossen von der Erms. Der Vicus ging mit dem sog. Limesfall unter, die Besiedlung Metzingens in der Völkerwanderungszeit ist unklar.

Kappishäusern ist ein Stadtteil der Stadt Neuffen. Kappishäusern liegt am Westhang des Jusi in Richtung Ermstal, rund 3 km westlich von Neuffen in Richtung Metzingen. Kappishäusern hat mit der Stadt Neuffen zwar eine (kurze) gemeinsame Grenze, geografisch bildet es jedoch eine funktionale Exklave. Auf dem Straßenweg ist es nämlich nur über den Nachbarort Kohlberg zu erreichen.

Der Jusi (Jusiberg) ist ein ca. 670 m hoher Berg am Albtrauf südlich von Kohlberg und östlich des Neuffener Stadtteils Kappishäusern. Der Jusi ist der größte Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans. Er ist der Sporn eines schmalen, knapp 4 km langen Bergrückens, über den er mit der Hochfläche der Schwäbischen Alb verbunden ist. Die Herkunft des Namens Jusi ist unklar, wird verschieden erklärt und bleibt Spekulation. Möglicherweise gehört der Name zu den Zeugnissen keltischer oder vorkeltischer Namen, wie beispielsweise auch die Flussnamen Neckar, Erms, Fils u. a. Da der Jusiberg eine weithin sichtbare Landmarke ist, könnte er schon früh benannt und sein Name jeweils an neue Einwanderer weitergegeben worden sein. Einer anderen Theorie nach soll er vom lateinischen Wort ius (deutsch ‚Recht‘) abgeleitet sein, was auf eine einstige rechtliche Sonderstellung des Berges hindeuten könne. Es wird – ohne Quellenangabe – behauptet, der Jusi habe über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen den verschiedenen Herrschaftsgebieten um Nürtingen und Reutlingen dargestellt.

Wegstrecke:
Metzingen - Bahnhof - Öschweg - Sankt Bonifatius - Metzinger Weinberg - Naturfreundehaus Falkenberg - Staufenweg - Weinbergweg - Floriansberg - Florianshütte - Gasthaus Kappishäusern - Hintere Wiesen - Brühlweg - Kohlberg - Raupental - Jusi - Aussicht am Jusiberg - Fritz Schur Denkmal - Hörnle - Schillingskreuz - Kienbein - Deckelesfelsen - Seizenfels - "Brille" - Blauer Rank-Hütte - Fluggelände Neuffen West - Neuffener Parkplatzfelsen - Burg Hohenneuffen - Schlosssteig - Neuffen - Höhenfreibad - Bahnhof