Wandern auf dem Hansjakobweg

Heinrich Hansjakob (1837 – 1916) gilt als einer der populärsten badischen Schriftsteller („Rebell im Priesterrock“). Seit dem 28. Lebensjahr schrieb er bis zu seinem Tod mehr als siebzig Bücher. In zahlreichen Werken, wie Wilde Kirschen, Waldleute oder Erzbauern beschreibt er den Lebensalltag der einfachen Leute im Kinzigtal in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während seiner knapp 80 Lebensjahre hatte der Buchmillionär heftige Auseinandersetzungen mit Staat und Kirche zu bestehen. Neben seiner produktiven Tätitgkeit als Autor war er auch als Seelsorger, Politiker und Schulvorstand tätig.

Es gibt zwei Hansjakobwege im mittleren Schwarzwald:

HansjakobwegzeichenDer Hansjakobweg I, auch Kleiner Hansjakobweg genannt, ist eine dreitägige Rundwanderstrecke mit einer Länge ca. 50 km. Er beginnt und endet in Schapbach (Teilort der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach, zwischen Wolfach und Freudenstadt). Der Wanderweg führt an die Schauplätze von Hansjakobs Erzählungen Erzbauern (1899), Waldleute (1897) und Abendläuten. Das Wegezeichen ist eine weiße Raute mit schwarzem Hansjakobhut, der Kopfbedeckung, mit der Hansjakob auf vielen zeitgenössischen Bildern und Fotografien abgebildet ist. Bei allen Sehenswürdigkeiten sind Erklärungstafeln angebracht, die sich hauptsächlich auf das Leben und die Erzählungen Hansjakobs beziehen.

Der Hansjakobweg II (auch: Großer Hansjakobweg) ist eine viertägige Rundwanderstrecke mit einer Länge von knapp 100 km. Der Wanderweg beginnt und endet in Haslach im Kinzigtal. Das Wegezeichen ist ebenfalls eine weiße Raute mit schwarzem Hansjakobhut. Auf dem rund 100 Kilometer langen Rundwanderweg rund um das Kinzigtal führen einsame Pfade von Haslach, der Geburtstadt Hansjakobs, hin zu bekannten Plätzen aus seinen Werken: auf den „König der Schwarzwaldberge“, den Brandenkopf zum Beispiel. Oder zum „Vogt auf Mühlstein“, den Buchenhöfen und den Höhenhäusern mit seiner Hansjakobstube.

Drei Etappen des Kleinen Hansjakobweg:

1. Etappe: Schapbach – Schenkenzell, 17 km
2. Etappe: Schenkenzell – Wolftal, 23 km
3. Etappe: Wolftal – Schapbach, 13 km

Sechs Etappen des Großen Hansjakobweg:

1. Etappe: Haslach – Wolfach, 17 km
2. Etappe: Wolfach – Oberharmersbach, 19 km
3. Etappe: Oberharmersbach – Zell am Hammersbach, 13 km
4. Etappe: Zell am Hammersbach – Steinach, 14 km
5. Etappe: Steinach – Biereck, 16 km
6. Etappe: Biereck – Haslach, 12 km

Schwarzwald Mitte/Nord: Großer Hansjakobweg Etappe 6

 

Die sechste Etappe des Großen Hansjakobweges verläuft vom Biereck nach Haslach im Kinzigtal und ist 12 km lang. Die Wandertour startet am Gasthaus Biereck und endet an der Touristeninformation in Haslach. Auf der Wanderstrecke bieten sich immer wieder schöne Panoramablicke u.a. zum Rohardsberg und zum Kandelmassiv. Unterwegs, in Hofstetten, trifft man auf die Hansjakobkapelle mit der Grabstätte Heinrich Hansjakobs. Der Wanderweg verläuft auf befestigten Wegen und Pfaden, die auch bei schlechtem Wetter gut zu laufen sind.

Auf dem Flachenberg:
Auch Hansjakob rühmte die Schönheit des aussichtsreichen Flachenberges als eine „Oase inmitten der Tannenbäume …, das stille waldumsäumte Fleckchen Erde“. In einem der Göhringerhof auf dem Flachenberg kam der Jörgle, ein Hausknechtsoriginal vom Haslacher Kreuz auf die Welt. Im Grubhof lebte als einfacher, aber auch einwilliger Bauersmann der „Jaköble in der Grub“, nachdem er in jungen Jahren zunächst „Postillion“ werden wollte. Keltoromanische Gewannnamen in Mühlenbach wie „Pfaus“, „Fannis“, und „Gürtenau“ lassen auch hier eine frühe Besiedelung vermuten, 1787 wurde im Dorf ein Altarstein zu Ehren der röm.-keltischen Gottheit „Diana Abnoba“ gefunden.

Die Hansjakobkapelle:
Während seiner Aufenthalte in seinem Hofstettener „Paradies“ weilte Hansjakob gerne auf dem Brand mit dem Blick durch das Tal über seinen Haslacher „Kinderhimmel“ bis hinauf zum Brandenkopf. Deshalb beschloß er an dieser Stelle an der zunächst eine Strohhütte zum Verweilen stand einst begraben zu werden. Schon zu Lebzeiten ließ er deshalb die Kapelle „Maria Ruh“ (1901/1902) und die Grablege (1903/1904) nach den Plänen des erzbischöflichen Baudirektors Meckel errichten. Den Verlauf der Bauarbeiten und seine Gedanken über diese Anlage schrieb er im Büchlein „Mein Grab“ nieder. Nach seinem Ableben am 23. Juni 1916 wurde der Volksschriftsteller am 26. Juni 1016 hier zur letzten Ruhe gebettet. Seither wird die „Hansjakobkapelle“ von vielen Heimatfreunden und Verehrern des Verewigten aufgesucht.

Wegstrecke:
Gasthaus Biereck - Beim Schloßhof - Flachenberg - Pfuhsbühl - Fleischdielte - Gährenberg - Bannstein - Willy-Kern-Hütte - Hansjakobkapelle - Bei den Schneeballen - Hofstetten - Kirche - Rathaus - Bächlewald - Brühl - Am Schänzle - Klosterbach - Tourist Info Haslach