Wandern auf dem Schwarzwald-Nordrandweg

NordrandwegDer knapp 60 km lange Schwarzwald-Nordrandweg ist der nördlichste Querweg des Schwarzwaldvereins und besteht seit 1980. Im Mai 2006 wurde er mit geänderter Wegführung und durchgängiger Wegmarkierung neu eröffnet. Von Mühlacker aus führt der Wanderweg aussichtsreich in drei Etappen über Pforzheim und Langensteinbach nach Karlsruhe-Durlach. Einheitlich ist die Strecke mit einer weißen Raute mit stilisiertem N auf gelbem Grund markiert.

Der Wanderweg verlässt die Senderstadt Mühlacker über die Ruine Löffelstelz und Dürrmenz, erreicht auf der Höhe die Eppinger Linie und folgt dieser historischen Linie auf der weiteren Strecke. Über den Gaisberg, Öschelbronn, die Waldschanze mit Chataque führt der Weg ins Enztal. Von Pforzheim-Eutingen erreicht er mit Wartberg, Hachelturm und Wallberg die nördlichen Höhen Pforzheims mit Blick über die Stadt. Oberhalb von Dietlingen und Ellmendingen liegen dem Wanderer Weinberge und Landschaft bis hin zu den Schwarzwaldhöhen zu Füßen. Abwärts nach Ellmendingen wird dann der Pfinzgraben durchwandert und über Weiler Langensteinbach erreicht, wo sich der Abstecher zur St.-Barbara-Kapelle lohnt. Eine recht offene Landschaft mit Ausblicken auf den nördlichen Schwarzwald, Felder und Streuobstwiesen erwartet den Wanderer, wenn er Langensteinbach hinter sich gelassen hat. Die Autobahn wird unterquert, Stupferich bleibt links liegen und vorbei am Thomashof und Rittnerthof wird der Turmberg erreicht. Von hier bietet sich bei klarem Wetter ein fantastischer Blick über Karlsruhe und die Rheinebene bis hin zum Pfälzerwald und den Vogesen. Zu Füßen liegt Durlach, das über Treppenstufen zu erreichen ist oder bequemer mit der Turmbergbahn.

Der Nordrandweg wird üblicherweise in drei Etappe gelaufen:

1. Etappe: Mühlacker – Pforzheim, 21 km
2. Etappe: Pforzheim – Langensteinbach, 20 km
3. Etappe: Langensteinbach – KA-Durlach, 14 km

Schwarzwald Nord: Nordrandweg Etappe 3

 

NordrandwegDie dritte und letzte Etappe des Schwarzwald Nordrandweges verläuft von Langensteinbach nach Karlsruhe-Durlach und ist 14 km lang. Vom Rathaus in Langensteinbach verläuft der Weg leicht bergauf zum Parkplatz Rappenbusch, wo der Weg links in den Wald hinein geht. Der Rappenbuschweg führt in Richtung Norden bis zu einem Damm (Regenrückhaltebecken) nahe der Landesstraße 563. Obwohl ausdrücklich der Damm für Pferde gesperrt ist, sind trotzdem viele Pferdehufenspuren auf der Dammkante deutlich zu erkennen.

Der weitere Weg führt am Waldrand entlang auf dem Steinigweg, unterquert die A8 an der Anschlussstelle Karlsbad und führt über den Berglesweg zum Stupfericher Grillplatz. An diesem Rastplatz lohnt sich ein Blick auf die höhergelegenen Berge des Nordschwarzwaldes. Am Gewann „Gansäcker“ wird der Ort Stupferich umgangen und der Wasserbehälter (279 m) als höchsten Punkt der Tour erreicht. Nun geht es abwärts auf dem Stupfericher Grenzweg nach Thomashof. Beim Thomashof überblickt man in Richtung Süden die Anhöhen des Nordschwarzwaldes vom Mahlberg (612 m) über die Schwanner Warte (475 m) bis nach Pforzheim. In einer Spitzkehre in Thomashof führt der Weg nun in den Lehrwald Rittnert. Die Bezeichnung „Rittnert“ geht zurück auf den Personennamen „Rutenhard“ oder „Ruttenhard“. Aus dem Jahr 1404 ist urkundlich folgendes belegt: „die herschafft hat einen eigen walt zu Durlach der heisset der rutenhart“.

Immer geradeaus führt der weitere Waldweg zur Weggabelung am Schützenhaus. Von dort sind es noch ca. 500 m zum Turmberg mit der Bergstation Turmberg (245 m). Vom Aussichtsturm kann man in 277 m Höhe die Stadt Karlsruhe und den Stadtteil Durlach überblicken. Vom Karlsruher Hausberg geht es nun über 100 Höhenmeter steil die Sufen des Hexenstäffele hinunter nach KA-Durlach. Entlang den Straßenbahnschienen führt der Weg durch die Durlacher Innenstadt zum Bahnhof KA-Durlach.

Die Wanderung bietet eigentlich nur am Ende mit dem Turmberg einen Höhepunkt. Der relativ ebene Wanderweg kann zu jeder Jahreszeit gut gelaufen werden.

Der Turmberg liegt im Grenzbereich vom Kraichgau zum Schwarzwald. Der Berggipfel besteht, für den Schwarzwald untypisch, aus Muschelkalk. Nordwestlich über westlich bis südlich am Berg liegt Durlach und nordöstlich mit Grötzingen ein weiterer Karlsruher Stadtteil. Auf dem gipfelnahen Bereich vom Westsüdwesthang des Turmbergs befindet sich die Ruine Durlach, auch Turmberg oder Hohenberg genannt, deren verbliebener Turm als Aussichtsturm dient. Er ist beliebtes Ausflugsziel und – bei klarer Sicht – geschätzter Aussichtspunkt mit Blick auf die etwa 140 m tiefer gelegene Rheinebene, hinüber zum Pfälzerwald und zum Elsass. Unweit der Ruine liegt auf dem Gipfelplateau des Berges die 1953 erbaute Sportschule Schöneck des Badischen Fußballverbandes, in der sich unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaftself von 1954 unter Sepp Herberger auf das WM-Turnier vorbereitet hat. Die am Turmberg gelegenen Wohnviertel gehören mit ihrem Blick über die Rheinebene zu den beliebten Prominenten- und Villenvierteln von Karlsruhe.

Wegstrecke:
Langensteinbach - Rathaus - Rappenbusch - Rappenbuschweg - Steinig - Leylachweg - Unterquerung A8 - Mutschelbacher Grenzweg - Berglesweg - Stupfericher Gemeindewald - Ganzäcker - Reiterpfad - Söllinger Weg - Stupfericher Weg - Thomashof - Lehrwald Rittnert - Judenweg - Grötzingerweg - Rittnerthof - Schützenhaus - Turmberg - Ruine Durlach - Durlacher Allee - Durlach Bahnhof