Wandern im Hegau und Linzgau

Der Name Hegau ist wohl vom keltischen „Hewen“, also Hewengau abgeleitet. Seine natürlichen Grenzen im 9. Jh. waren:

  • im Süden der Rhein ab Konstanz bis Schaffhausen,
  • im Westen die Höhe des Randengebirges und die Wasserscheide Aitrach-Wutach,
  • im Norden die Linie von der Länge bei Gutmadingen über den Kapf zum Wartenberg und weiter über Immendingen, Hattingen, Emmendingen, Liptingen nach Neuhausen ob Egg,
  • im Osten kann man die Orte Schwandorf, Mahlspüren im Tal und Nesselwangen verbinden, geht dann durch den Hödinger Tobel zum Überlinger See bei Goldbach, weiter über den See nach Dingelsdorf und unter Umgehung von Mainau, Egg und Staad wieder zurück zur Rheinbrücke in Konstanz.

Für das Linzgau können die Eckpunkte Überlingen im Süden, Pfullendorf im Norden und die Schussen im Osten genannt werden. Räumlich deckt sich der Linzgau mit der späteren Grafschaft Heiligenberg.

Es gibt nur wenige Landschaften in Deutschland, die geologisch und geomorphologisch von einer solchen Vielfalt geprägt und aufgebaut sind. Der Wanderer kann von Norden kommend den Hegaublick mit des „Herrgotts Kegelspiel“ genießen und bewundern.

Einerseits liegen im Wandergebiet Hegau und Linzgau bekannte touristische Ziele wie Meersburg, Salem, Überlingen, das Pfahlbaudorf Unteruhldingen oder der Hohentwiel und die Marienschlucht, andererseits gibt es auch noch wenig berührte, ruhige und reizvolle Landschaften mit ausgedehnten Wäldern, tief eingeschnittenen Tobeln, wundervollen Aussichtspunkten mit Alpensicht.

Zum Landschaftsgebiet Hegau und Linzgau gehört auch das Gebiet rund um den Bodensee. Auf dieser Website ist der Premiumwanderweg SeeGang ausführlich beschrieben. Der Premiumweg SeeGang verbindet auf rund 53 km die Bodenseestädte Konstanz und Überlingen miteinander. Auf seinem Weg führt er durch wildromantische Tobel, ursprüngliche Streuobstwiesen und schattige Waldpfade und bietet immer wieder atemberaubende Blicke auf den Bodensee und die dahinterliegenden Schweizer Alpen. Da der Weg in beide Richtungen beschildert ist und verschiedene Schiff-, Bus- und Bahnverbindungen den Weg begleiten, kann sowohl die Richtung als auch die Länge der einzelnen Etappen ganz nach Geschmack und Kondition gewählt werden. Der Premiumwanderweg verläuft u.a. durch die beeindruckende und rund 100 m tiefe Marienschlucht, die als eines der beliebtesten Wanderziele am Bodensee gilt. Auch ein Abstecher auf die Blumeninsel Mainau ist gut möglich. Weniger bekannt sind Naturschönheiten wie der Hödinger und der Spetzgarter Tobel.

Der SeeGang kann in folgenden Etappen/-kombinationen gelaufen werden:
Etappe 1: von Konstanz zur Insel Mainau, 10 km
Etappe 2 und 3: von der Insel Mainau zur Marienschlucht, 15 km
Etappe 4 und 5: von der Marienschlucht nach Bodman, 12 km
Etappe 6 und 7: von Bodman nach Sipplingen, 8 km
Etappe 8: von Sipplingen nach Überlingen, 10 km
Hegau-Panorama-Weg:

Bizarre Vulkanformationen, stattliche Ritterburgen, der tosende Rheinfall von Schaffhausen und verzaubernde Flusslandschaften – das ist der Hegau am südlichen Zipfel Badens gelegen nur ein paar Kilometer vom Bodensee entfernt. Beim mittelalterlichen Städtchen Aach ist die größte Quelle Deutschlands, die Aachquelle zu bewundern. Ein Teil der jungen Donau, die zwischen Immendingen und Möhringen versickert, fließt in einem weit verzweigten Höhlensystem südwärts und tritt nach 12 km im Aachtopf als Aach wieder zutage. Neun kegelförmige – gänzlich ungefährliche – Relikte vulkanischer Tätigkeiten ragen bizarr aus der Hügellandschaft zwischen Schwäbischer Alb und Bodensee. Den bekanntesten unter ihnen, den Hohentwiel bei Singen, krönt die größte Festungsruine Deutschlands. Der Hegau-Panorama-Weg passiert viele dieser Naturschönheiten und kann in folgenden Etappen gelaufen werden:

Etappe 01: Engen - Tengen, 13 km
Etappe 02: Tengen - Hilzingen, 17 km
Etappe 03: Hilzingen - Gailingen, 15 km
Etappe 04: Gailingen - Singen, 18 km
Etappe 05: Singen - Welschingen, 15 km
Etappe 06: Welschingen - Aach, 16 km
Etappe 07: Aach - Steißlingen, 13 km
Etappe 08: Steißlingen - Eigeltingen, 13 km
Etappe 09: Eigeltingen - Stockach, 14 km
Etappe 10: Stockach - Mahlspüren, 11 km
Etappe 11: Mahlspüren - Schwackenreute, 15 km
Etappe 12: Schwackenreute - Hoppetenzell, 8 km
Etappe 13: Hoppetenzell - Stockach, 12 km

Gesamtstrecke ca. 180 km

In der Reihe Natur-Heimat-Wandern vom Schwäbischen Albverein sind im Wanderführer „Hegau und Linzgau“ folgende Streckenwanderungen beschrieben:
SW03: Von Sigmaringen nach Pfullendorf, 36 km
SW03: Von Pfullendorf nach Birnau, 32 km
SW12: Über die höchsten Berge des Hegau, 20 km
Im gleichnamigen Wanderführer sind folgende Rundwanderungen beschrieben:
RW 14 u. 15: Hohentwiel und Gottmadingen, 22 km
RW 16 u. 17: Panoramaweg um Emmingen, Kapellenwanderung im Wasserburgertal, 20 km
RW 18: Rund um das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, 16 km
RW 22, 23 u. 24: Nellenburg, Stockach, Burgtal, 30 km
RW 26 u. 27: Steißlingen, Ruine Homberg, Friedinger Schlössle, 20 km
RW 37: rund um die Reichsstadt Pfullendorf, 15 km
RW 38: von der Mutter-Gottes-Bildeiche zur Wallfahrtskirche Maria Schray, 15 km
RW 46 u. 47: Große und kleine Salemer Weiherwanderung, 21 km
Weitere Wandertouren auf Wanderportalen:
RW: "Des Herrgotts Kegelspiel", Rundwanderung zu Vulkanbergen, 21 km
RW: Große Runde um den Hohenstoffeln, 25 km (06.10.18)

Hegau: Große Runde um den Hohenstoffeln

 

Eine aussichtsreiche Wanderung im Hegau führt von Gottmadingen rund um den Vulkankegelberg Hohenstoffeln. Die Rundtour startet und endet am Bahnhof in Gottmadingen. Ich bin die Wandertour am 250 m entfernten Freibad-Parkplatz gestartet, weil es dort einfacher war ein Parkplatz zu finden. Die Highlights der 25 km langen Rundwanderung sind die Ausblicke von den ehem. Vulkanen Hohenstoffeln und Plören. Der Wanderweg verläuft abwechselnd auf Waldwegen, Wiesenwegen und befestigten Wegen.

Der Hohenstoffeln (auch Hohenstoffel oder umgangssprachlich Stoffel, von ahd. stophil, kleiner Fels) ist ein Berg vulkanischen Ursprungs im Hegau zwischen Binningen und Weiterdingen. Er gehört zur Basaltgruppe des Hegaus. Seit 1941 steht der Berg unter Naturschutz. Als einziger Hegauberg besitzt der Hohenstoffeln einen Doppelgipfel. Ursprünglich hatte der Berg drei Gipfel, der nördlichste wurde jedoch durch Basaltabbau abgetragen. Der südliche Gipfel hat eine Höhe von 832 m, der nördliche (ehemals mittlere) eine Höhe von 844 m. Am Nordgipfel mit Kreuz befindet sich eine Schutzhütte mit Gipfelbuch. 

Der Hohenstoffeln war Standort dreier Burgen. Auf dem Nordgipfel befand sich die Burg Hinterstoffeln, auf dem Südgipfel die Burg Vorderstoffeln und im Sattel des Berges die Burg Mittelstoffeln. Weiter unterhalb des Gipfels liegen einige Höfe: der Stofflerhof an der Westseite gegen Binningen, der Sennhof und Hombollhof an der Ostseite bei Weiterdingen und die Pfaffwieser Höfe auf der Südseite nach Hilzingen. Seit Beginn des 20. Jhds wurde am Nordgipfel Basalt für den Straßenbau abgebaut, da das Gestein zäh und hart und ohne bevorzugte Spaltrichtung ist, so dass es nicht so schnell verwittert. Über eine rund 4 km lange Drahtseilbahn wurde das gebrochene Gestein in das Schotterwerk in Mühlhausen transportiert. Der Heimatdichter Ludwig Finckh trat für den Stopp des Basaltabbaus ein, tatsächlich wurde dieser ab 1939 eingestellt. Der ehemalige Steinbruch ist noch anhand von Abbauterrassen zu erkennen. 

Basalt ist für gewöhnlich dunkelgrau bis schwarz. Da Basalt vulkanisch entsteht, besteht er aufgrund der schnellen Abkühlung zum größten Teil aus einer feinkörnigen Grundmasse. Gröbere, mit bloßem Auge zu erkennende Einsprenglinge sind relativ selten, können aber bei einigen Basaltvarietäten häufiger vorkommen.

Auf dem 2 km langen Naturlehrpfad „Riederbachtal“ informieren Tafeln über das „Wunder Wald“ und seine verschiedenen Lebensgemeinschaften.

Wegstrecke:
Gottmadingen - Parkplatz am Freibad - Afra-Brünnele - Roselebuck Ob Tunnel - Ebringen - Rohrbach - Riedheim - Berghof - Paffwiesen - Homboll - Tiefental - Sennhof - Stofflerhof - Hohenstoffeln - Tiefental - Riedlewiesen - Hilzingen - Plören - Katzental - Katzentalerhof - Naturlehrpfad "Riederbachtal" - Gottmadingen - Bahnhof - Parkplatz am Freibad