Der Schwäbische Wald Weg (2/2): von Wüstenrot nach Murrhardt

 

LogoDer Schwäbische Wald Weg ist ein 84 km langer Wanderweg durch die Geschichte und Naturschönheiten des Schwäbischen Waldes. Der zweite Teil des Schwäbischen Wald Weges verläuft von Wüstenrot nach Murrhardt. Die 42 km lange Streckenwanderung startet in der Ortsmitte von Wüstenrot und endet am Bahnhof in Murrhardt. Diese gut ausgeschilderte Teilstrecke verläuft größtenteils auf dem Georg-Fahrbach-Weg (GFW). Die Highlights der Wandertour sind die Bodenbachschlucht, die Burg Reichenberg und die Hörschbachwasserfälle. Der Wanderweg verläuft auf vielen Waldpfade, die nur bei schönen Wetter (inkl. Vortag) gut zu laufen sind. Ich habe mich bei dieser Wanderung in Wüstenrot absetzen lassen und bin mit der Bahn von Murrhardt über Backnang zurück nach Ludwigsburg und Bietigheim gefahren.

Die Bodenbachschlucht ist eine der wildesten und urwüchsigsten Schluchten im Schwäbischen Wald. In die Felsschlucht kann der Wanderer über Treppenstufen, geländergesicherte schmale Pfade und kleine Brücken hinabsteigen. Die Talwände sind steil, mit herausragenden Felsen und Felssimsen, aus denen immer wieder Blöcke abbrechen und in die Schlucht stürzen. Der nadelbaumreiche Wald mit vielen Moosen und Farnen kommt dem ursprünglichen Waldbild vor Beginn der menschlichen Nutzung sehr nahe. Nach rund 700 m wird die Schlucht „zahmer“ und der Erdpfad trifft auf einen Forstweg. Um einen Bergrücken herum führt ein Weg sanft bergab zur benachbarten Schlucht des Dentelbachs.

Die Burg Reichenberg ist eine staufische Burganlage oberhalb von Oppenweiler. 1930 wurde die Burg an die Evangelische Gesellschaft Stuttgart verpachtet, die dort bis in die fünfziger Jahre hinein eine Auffangstelle für Stuttgarter Prostituierte betrieb. Anschließend war das Heim in der Regie der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart wieder ein Heim für behinderte Menschen. Seit 2007 wird das Heim von der Paulinenpflege Winnenden e. V. betrieben. Derzeitiger Eigentümer der Burg ist das Land Baden-Württemberg. Burgbesichtigungen sind nach Voranmeldung für Gruppen möglich. Burg Reichenberg stellt die besterhaltene romanische Burg im Rems-Murr-Kreis dar.

Der Hörschbach ist ein mit seinem längeren Oberlauf Mähderbach gut 5 km langer Bach, der in Murrhardt von links und Süden in die Murr mündet. Weithin bekannt ist der Hörschbach durch zwei Wasserfälle, den oberen Hinteren und den unteren Vorderen Wasserfall. Der Hörschbach entspringt im südlichen Murrhardter Wald und läuft recht beständig in nördlicher Richtung. Er speist sich aus zwei Bächen, von denen der linke Mähderbach genannt wird und der rechte Mähderbach oder Langenwaldbach; beide entspringen auf der Hochfläche des Murrhardter Walds nördlich und östlich von Sechselberg (Gemeinde Althütte). Das Wasser des linken Baches besteht größtenteils aus geklärtem Abwasser der Gemeinde Sechselberg, da der Bach der Kläranlage als Vorfluter dient. Die Bäche fließen zu beiden Seiten des Hörschhofs in nördliche Richtung, bis sie nach etwa einem Kilometer Lauf am Waldrand beginnen, sich in die Hochfläche tief einzuschneiden.

Wegstrecke:
Wüstenrot - Raitelberg - NSG Bodenbachschlucht - über Dentelbach - Hohlenstein - Kalkbrunnenweg - Erlenklingenweg - Spiegelberg - Brechofenweg - Winterseitenweg - Brunnenklingenbach - Hüttlenwaldschlucht - Überquerung L1117 - Zollstock - über Wolfsklingenbach - Wetzsteinstollen - Dornrainweg - Schicksche Planie - Bernhaldenklingenstr. - Bartscher Weg - Waldkindergarten - Grillstelle Roßstall - Heiligenbrunnen - Reichenberg - ehem. Schloss - Oppenweiler - über Murr - Bahnhof Oppenweiler - Aichelbach - Reichenbach an der Murr - Wachthäusle - Sulzbach an der Murr - Bahnhof - Ittenberg - Bühl - Eschelhof - Köpfle - Hörschbachwasserfälle - Hinterer Wasserfall - Vorderer Wasserfall - ehem. Hörschbachmühle - Murrhardt - Feuersee - Bahnhof

Schwäbisch-Fränkischer-Wald: Burgenwanderweg bei Beilstein

 

Der Burgenwanderweg ab Beilstein ist eine abwechlsungsreiche Wanderung zu den Burgen Hohenbeilstein, Ruine Helfenberg und Burg Wildeck. Die Rundwanderung am westlichen Rande des Schwäbisch-Fränkischen-Waldes ist 16 km lang und startet an der Höhenburg Hohenbeilstein. Neben den Burgen ist auch der unter Naturschutz stehende Annasee ein beliebtes Ausflugsziel. Der Wanderweg verläuft meist auf befestigten Wegen; nur bei zwei kurzen Verbindungsstücken muss auf Waldpfade ausgewichen werden.

Die Burg Hohenbeilstein besteht heute aus dem so genannten „Langhans“, einem 28 m hohen, fünfeckigen Bergfried, der als Aussichtsturm bestiegen werden kann, einer 2,5 m dicken Schildmauer sowie mehreren Nebengebäuden im Bereich der Vorburg, die heute als Falknerei und Gaststätte genutzt werden. Der ursprüngliche Palas ist nicht erhalten, das heutige Gaststättengebäude ist ein Bau von Albert Benz. Von der Burg führen Schenkelmauern zur Stadt hinunter, die in Teilen noch original erhalten sind. Der Turm am Ende der südlichen Schenkelmauer, die Tore in den Mauern, das Torhaus der äußeren Ringmauer und die Dächer der beiden Rundtürme sind ebenfalls Rekonstruktionen von Albert Benz.

Die Ruine Helfenberg liegt auf 335 m Höhe östlich von Abstatt und südwestlich der dortigen Burg Wildeck sowie nordöstlich von Auenstein auf einem sich von West nach Ost erstreckenden Bergrücken. Südlich unterhalb des Burgbergs liegt der historisch zur Burg gehörende Weiler Helfenberg. Der Burgberg wird heute, bis auf das um die Burg liegende Hochplateau und einen kleinen bewaldeten Geländeeinschnitt im Westen, für den Weinbau genutzt. Die Burg wurde zur Zeit der Staufer um 1250 erbaut und mit dem badischen Dienstmann Albertus de Helfenberg 1259 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Burg/Schloss Wildeck liegt auf einem Bergsporn oberhalb von Abstatt am Rande der Löwensteiner Berge. Die Burg wurde vermutlich im hohen Mittelalter von den Herren von Heinriet erbaut und kam 1492 an Ludwig, Stammvater der dritten Linie der Grafen von Löwenstein, die dort nachweislich schon im 16. Jahrhundert Weinbau betrieben. 1933 kam die Burg mit umgebenden Weinbergen an den württembergischen Staat. Seit 1940 befindet sich in der vielfach umgebauten Burg ein Versuchsgut der Weinbauschule in Weinsberg, die dort die Sorten Samtrot und Dornfelder züchtete. Die Burgruine Helfenberg liegt nur etwa einen Kilometer von Burg Wildeck entfernt.

Wegstrecke:
Stauferburg Hohenbeilstein - Höhbergweg - Aussichtspunkt Wartberg - Wartkopfweg - Fohlenberg - Waldspielplatz Wartbergkopf - Zum Annasee - Flurbereinigungsdenkmal - Annasee - Brunntäleweg - Schozachtal - Ruine Helfenberg - Burg Wildeck - Wanderparkplatz Annasee - Weiler Gagernberg - Schmidbachtal - Dorfkelter Jettenbach - Schmidhausen - Beilstein - Burg Hohenbeilstein