Wandern im Neckarland

Der Neckar ist einer der bedeutendsten Flüsse in Baden-Württemberg und zugleich namensgebend für das Neckarland, das sich als facettenreicher Naturraum präsentiert. Zum Wandern bieten sich hier nahezu grenzenlose Möglichkeiten, wie zum Beispiel auf dem Württembergischen Wein-Wanderweg und dem Neckarland-Rundweg. Hier wird die romantische Weinlandschaft Baden-Württembergs im Zuge ausgedehnter Wanderreisen erlebbar. Das Ufer des Neckars umfängt Wanderer mit seinem Charme und ist prägend für das Neckarland.

Nadel-, Laub- und Mischwälder sind im Einzugsgebiet des Neckars ebenfalls vielfach vorzufinden. Im Schatten der Bäume kann man im Neckarland somit ebenso wandern und so beispielsweise das waldreiche Keuperbergland erkunden. Die Germanische Trias ist eine der natürlichen Sehenswürdigkeiten der Region und macht das Neckarland aus.

Seit jeher siedeln Menschen im klimatischen Gunstraum des Neckars und seiner Umgebung: schon lange bevor die Römer an den Hängen Weinbau betrieben, wurden jungsteinzeitliche Jäger sesshaft und lebten von Ackerbau und Viehzucht. Der Neckar ist nicht nur Lebensader der Landschaft, sondern Teil eines Landschaftsmosaiks aus gewellten Hügelländern, flachen Auenbereichen sowie einem Wechsel zwischen offener Agrarlandschaft, steilen Rebhängen und fruchtbaren Hochflächen – eine üppige Landschaft, welche nicht nur Goethe und Hölderlin inspirierte.

In der Geographie werden alle von Alb und Schwarzwald eingerahmten Gäulandschaften zum württembergischen Neckarland gezählt:

UnterlandLogo

 

 

 

 

 

 

Neckarweg

NeckarwegDer Neckarweg ist ein Fernwanderweg des Schwäbischen Albvereins und des Odenwaldklubs, der an den Lauf des Neckars angelehnt ist und vom Ursprung im Schwenninger Moos bei Villingen-Schwenningen bis zur Mündung in Mannheim verläuft. Das Teilstück zwischen Bad Wimpfen und Heidelberg entspricht dem Neckarsteig. Der Neckarweg kann in 28 Etappen gelaufen werden.

Neckarsteig

Der Neckarsteig ist ein ca. 130 km langer Fernwanderweg und Prädikatswanderweg über 3000 Höhenmeter in acht Etappen von Heidelberg bis nach Bad Wimpfen. Er ist Teil des Neckarweges. Seinen Namen verdankt er dem Fluss Neckar, an dessen Verlauf er sich größtenteils orientiert. Die vom Odenwaldklub betreute Strecke ist durchgängig durch ein Wegzeichen mit einem blauen, geschwungenen N auf weißem Grund ausgeschildert.

Der Wanderweg beginnt am Heidelberger Schloss und führt zunächst über den Königstuhl östlich nach Neckargemünd, Dilsberg und über den Neckar nach Neckarsteinach. Auf dem nordöstlich bis nach Eberbach verlaufenden Weg liegen Darsberg, Neckarhausen, Hirschhorn und Igelsbach. Ab Eberbach richtet sich der weitere Streckenverlauf südöstlich, überquert dabei auf halber Wegstrecke in Richtung Neunkirchen den Neckar. Kurz vor Neckargerach wird erneut der Neckar überquert und schließlich führt die Strecke durch Mosbach südlich via Gundelsheim zum Ziel Bad Wimpfen. Der Neckarsteig kann in acht Etappen gelaufen werden.

Im Wanderbuch „Unterland“ von Dieter Buck (Silberburg-Verlag) werden u.a. folgende Wanderungen im Unterland beschrieben:
Streckenwanderung Nr. 2: von Bietigheim nach Marbach, 20 km
Im Wanderführer „Lieblingstouren“ von Dieter Buck aus dem Silberburg-Verlag sind u.a. auch Wandertouren durch das Unterland beschrieben:
RW Lieblingstour Nr. 20: rund um die Wurmlinger Kapelle, 8 km
RW Lieblingstour Nr. 07: rund um Weinsberg, 8 km
RW Lieblingstour Nr. 11: rund um Lienzingen, 16 km
Im Wanderführer „Neckarland und Württembergischer Weinwanderweg“ aus der Reihe Natur-Heimat-Wandern vom Konrad Theiss Verlag sind folgende Wandertouren beschrieben:
Rundwanderung 19, rund um Gemmrigheim, 19 km (5.6.16)
Rundwanderung 21, rund um Großbottwar, 16 km (11.5.18)
Rundwanderung 09, von Kirchberg/Murr nach Weiler im Stein,18 km (21.4.18)
Rundwanderung 17, Ingersheim, 19 km (1.1.19)
Rundwanderung 17, Ingersheim, 19 km (2.4.20  bei schönem Wetter)
In der Broschüre der Dt. Bahn „Auf ins Wandervergnügen: Die Kulturbahn bringt Sie hin!“ sind folgende Wandertouren beschrieben:
Streckenwanderung: von Horb nach Rottenburg, 31 km
Weitere Wanderungen im Neckarland:
RW: Esslinger Höhenweg, 27 km
RW: rund um Ludwigsburg, 15 km
RW: Drei-Täler-Tour nach Markgröningen, 16 km
RW: Enztal-Tour um Bietigheim-Bissingen, 15 km
RW: Besen-Tour nördlich von Bietigheim-Bissingen, 15 km
RW: Marathon Wanderweg der Gemeinden der Felsengartenkellerei Besigheim e.G, 42 km (14.08.17)
RW: Weinsichten-Rundwandertour, 15 km (01.11.17)
RW: rund um Neckarwestheim, 18 km (01.01.18)
SW: durch das Körschtal, 22 km (14.10.16)
RW: RemseckerWeg, 30 km (26.12.18)
SW: Bietigheimer Weg, 35 km, (06.02.19)
RW: rund um Nüringen, 17 km (17.03.19)
RW: Rund um Kirchberg an der Murr (NHW Neckarland RW14), 24 km (05.05.19)
RW: Neckarhöhen-Tour bei Besigheim, 13 km (28.04.19)
RW: Felsengartentour bei Besigheim, 18 km (25.04.19)
RW: Ludwigsburger Planetenweg, 8 km (11.10.19)
RW: 3B-Land-Tour, 58 km (12.10.19)
RW: von Kirchberg an der Murr nach Bietigheim-Bissingen, 26 km (1.4.20)
RW: 3B-Land: Steillagen-Tour bei Bietigheim, 7 km (23.6.20)
RW: Rund um Burg Stettenfels, 18 km (1.1.22)
RW: Hessigheimer Felsengärten mit Käsbergkanzel und Schloss Liebenstein, 26 km (6.1.22)
SW: von Ludwigsburg nach Marbach, 15 km (11.2.22)
RW: Steinheim Tour 7: Auf Römerspuren durch Felder und Wiesen, 18 km (6.5.22)
RW: Bietigheim – Ingersheim – Marbach – Freiberg am Neckar, 26 km (7.5.22)

 

Neckarland: von Ludwigsburg nach Marbach

 

LudwigsburgEine Streckenwanderung von der Barockstadt zur Schillerstadt. Start der 15 km langen Streckenwanderung ist der S-Bahnhof in Ludwigsburg. Die Tour endet am S-Bahnhof in Marbach. Ich bin mit der S4 wieder zum Ausgangspunkt zurückgefahren. Die Highlights dieser Tour sind die Schlösser in Ludwigsburg und die Ausblicke auf Marbach (z.B. Schiller-Nationalmuseum und Deutsches Literaturarchiv). Der Wanderweg verläuft auf befestigten und unbefestigten Wegen.

Ludwigsburg liegt etwa 12 km nördlich von Stuttgart. Ludwigsburg ist mit rund 93.000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt Baden-Württembergs. Das Residenzschloss, die umgebenden Grünanlagen und die Alleen prägen das Stadtbild. Das zentrale Ludwigsburg liegt auf dem Langen Feld am Ostrand des Strohgäus auf einer Hochfläche des Neckarbeckens zwischen dem Hohenasperg im Westen und dem Neckartal im Osten. Durch das innere Stadtgebiet fließt der Tälesbach, der etwa 3 km nordöstlich in den Neckar mündet. Die inzwischen eingemeindeten Stadtteile Hoheneck, Neckarweihingen und Poppenweiler liegen am Ufer des Neckars, die zwei letztgenannten am rechten.

Ludwigsburg ist nicht wie die meisten Städte in Europa über Jahrhunderte gewachsen, sondern wurde Anfang des 18. Jhs. am Reißbrett geplant. Nach dem Vorbild von Versailles bauten viele absolutistische Souveräne neue Residenzen vor den Toren ihrer alten Hauptstädte (vgl. Mannheim, Karlsruhe, Rastatt, Potsdam, Ludwigslust und Wolfenbüttel). Um der Jagd, einem Privileg des Adels, nachzugehen, ließ der Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg im Jahr 1704 ein Schloss außerhalb der alten Hauptstadt Stuttgart errichten. Das Ludwigsburger Schloss war zunächst nur als einfacher Jagdsitz vorgesehen, hatte aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Alten Schloss, der Hauptresidenz in Stuttgart. Wegen der engen mittelalterlichen Bebauung in Stuttgart stach die Residenz wenig hervor. Ludwigsburg mit seinem Schlosspark und breiten Straßen kann als genauer Gegenentwurf zum Stuttgart des 18. Jhs. angesehen werden. Der Ludwigsburger Jagdsitz wurde zu einem repräsentativen Residenzschloss ausgebaut, das sich als größtes unzerstörtes Barockschloss Deutschlands rühmen kann.

Im Rahmen einer Führung kann auch das Jagd- und Lustschloss Favorite (erbaut 1713–1728) besichtigt werden. Favorite nutzte Herzog Eberhard Ludwig für Festlichkeiten, Jagden und als Rückzugsort. Es war aber nicht für längere Wohnzwecke gedacht. Der 72 Hektar große Favoritepark grenzt nördlich an das Blühende Barock an. Dieser von Herzog Eberhard Ludwig 1707 errichtete Wildpark mit einem Lustschloss beherbergt Damhirsche, Europäische Mufflons und Axiswild sowie eine Vielzahl an Vogelarten, Fledermäusen und Eichhörnchen. Er wurde schon 1937 zum Naturschutzgebiet erklärt, dank einer Initiative von Oberforstmeister Otto Feucht. Es ist das einzige Naturschutzgebiet auf der Ludwigsburger Markung. Entstanden ist dieser Park aus einem durch Waldweide veränderten Eichen-Hainbuchen-Wald. Durch Herzog Eberhard Ludwig wurde er eingezäunt, zur Fasanerie umgewandelt und damit erhalten. Später übernahm das hier gehaltene Dam- und Axis-Wild die frühere Beweidung. Das Gebiet ist ein lichter Eichen-Mischwald mit zahlreichen 200 bis 300 Jahre alten Eichen und relativ wenig Unterholz. Die Bäume bieten einen Lebensraum für zahlreiche seltene Tierarten. Zum Schlösserensemble gehört auch das Seeschloss Monrepos (erbaut 1764–1768) mit der zugehörigen Parkanlage.

Marbach liegt im Naturraum Neckarbecken am Ostufer einer Schleife des Neckars, dessen Prallhang durch zwei tiefe Einschnitte unterbrochen wird. Der nördliche der beiden Einschnitte wird vom heute weitgehend verdolten Strenzelbach, der südliche vom Eichgraben durchflossen. Die Marbacher Altstadt liegt auf dem Südhang des Strenzelbachtals, etwa 30 Meter über dem Neckar thronend, während sich die neueren Wohn- und Gewerbegebiete auf die weiter nordöstlich, östlich und südlich gelegenen Hänge verteilen. Noch weiter südlich, durch den Einschnitt des Eichgrabens etwas abgeschieden, liegt das Wohngebiet Hörnle mit etwa 1600 Einwohnern. Die vom Strenzelbach gebildete Furche kürzt eine Schleife der Murr ab, die knapp nördlich der Stadt in den Neckar mündet, und bildet eine für Marbach und Umgebung wichtige Verkehrsachs.

Wegstrecke:
Ludwigsburg - Bahnhof - Myliusstraße - Schiller-Denkmal - Schillerplatz - Stadtkirche - Marktplatz - Obelisk - Blühendes Barock - Schloss Ludwigsburg - Wilhelmsallee - Favoritenschloss - Favoritenpark - Jägerhaus - Seeschlossallee - Lichtäcker - Seeschloss Monrepos - Lachwiesen - Rosenau - Unter den Weinbergen - Obere Höhe - Saubrunnen - Hohäcker - Weiherfeld - Schleifmühlbrunnen - Ölmühle - Oberhalb vom Neckar - Am Viadukt - Marbach - Auf der Stadtmauer - Alexanderkirche - Marbacher Quadrant - Bahnhof